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Diese Seite erklärt in schwerer Sprache:

• Wie wir rück·sichts·voll mit·einander umgehen.
• Was wir tun bei Ausgrenzung und Gewalt.
• Wo man Hilfe bekommen kann.

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Awareness-Arbeit

im Kreisverband Würzburg Mainfranken

Alle Menschen, die in der Linken Würzburg Mainfranken aktiv sind, können sich in Fällen von erlebter oder beobachteter sexualisierter Gewalt (physisch wie psychisch), Übergriffen, Diskiminierung und Benachteiligungen sowie verschiedenster sozialer Problematiken, die innerhalb des Parteilebens erlebt werden oder entstehen, an die*den Awareness-Beauftragte*n wenden.

Die*der Awareness-Beauftragte ist auch Ansprechperson für Menschen, die über das eigene problembelastete Verhalten sprechen möchten.

Ziele der Awareness-Arbeit

In ihren Zielen richtet sich die Awareness-Arbeit der Linken Würzburg Mainfranken am Prinzip „Kollektiver Verantwortungsübernahme“ und „Transformativer Gerechtigkeit“ aus1.

Die vier Grundpfeiler der Transformativen Gerechtigkeit:

  1. kollektive Unterstützung, Sicherheit und Selbstbestimmung für betroffene Personen
  2. Verantwortung und Verhaltensänderung der gewaltausübenden Person
  3. Entwicklung der Community hin zu Werten und Praktiken, die gegen Gewalt und Unterdrückung gerichtet sind
  4. Strukturelle, politische Veränderungen der Bedingungen, die Gewalt ermöglichen2

Heruntergebrochen bedeutet das also: Es geht nicht nur darum, auf einen Fall z.B. sexistischer Gewalt zu reagieren, sondern um eine aktive und dauerhafte Politik, die eine gleichberechtigte Teilhabe aller stärkt. Es geht um die Schaffung eines Lernumfelds, die Möglichkeit zur Verhaltensänderung anstelle von Ausstoß. Es geht um die radikale Unterstützung Betroffener und darum, dass Awareness-Arbeit und Verantwortung füreinander und die Räume die wir teilen, unser aller Aufgabe und Ziel ist.

(1) Beide Begriffe gehen zurück auf die Arbeit von INCITE!, ein Netzwerk radikaler Feminist*innen of Color und
die dazugehörige politische Bewegung
(2) „Was macht uns wirklich sicher? Toolkit für Aktivist_innen“ Hrsg. Melanie Brazzell

Unsere Hauptziele:

  1. Mit der Awareness-Arbeit schaffen wir Raum und Zeit für Menschen, die von den genannten Vorfällen betroffen sind und beginnen unter Absprache mit Betroffenen (!) eine interne Aufarbeitung. 

    Dies tun wir mit der Absicht, nicht nur individuelle, sondern strukturelle, sich auf das gesamte Parteileben
    ausweitende, nachhaltige Veränderung zu schaffen.

  2. Insgesamt wollen wir eine langfristige Kommunikations- und Umgangskultur etablieren, die von Geschlechtergleichheit, Gewaltfreiheit und gegenseitigem Respekt geprägt ist sowie Teilhabe umfänglich ermöglicht. 

    Dazu gehört es, ein kollektives Bewusstheit für verschiedene Diskriminierungsformen sowie gesellschaftliche Ungleichheiten zu schaffen und seine eigene Rolle darin zu reflektieren und zu verändern.

Aufgaben der*des Awareness-Beauftragten

Als Mitglied von Die Linke übernimmt die*der Awareness-Beauftragte Verantwortung für die Bewusstwerdung und sukzessive Veränderung ausgrenzender und gewaltvoller Praktiken der Organisationsstruktur sowie der Mitglieder. Wichtig ist, dass die*der Awareness-Beauftragte*r keine psychologische Betreuung ersetzt oder dazu da ist, einen Richterspruch zu fällen. Vielmehr bietet sie*er als Ansprechperson einzelnen Personen die Möglichkeit einer gemeinsamen Reflexion und Hilfestellung zum weiteren Vorgehen an. Die*der Awareness-Beauftragte bietet Unterstützung an, die aktive Bearbeitung liegt in der Hand der Beteiligten.

Betroffenenperspektive einnehmen, Selbstbestimmung fördern.

In der Awareness-Arbeit verfolgen wir das Prinzip, die Perspektive von Betroffenen einzunehmen und dieser Geltung zu verschaffen sowie ihre Selbstbestimmung zu fördern. Denn unsere Gesellschaft ist davon geprägt, dass Betroffenenperspektiven kaum Gehör finden, Betroffene aus Angst, eine Opfer-Täter-Umkehr zu erleben, schweigen und sich z.B. aus dem Parteileben zurückziehen, wohingegen Täter*innen häufig wie gewohnt am Parteileben partizipieren. Diese gefährliche Dynamik muss im Kontext von patriarchaler Macht- und Gewaltausübung betrachtet werden, in der sexistische Gewalt zur Machtsicherung genutzt wird. Um diese patriarchalen Praktiken zu durchbrechen, dürfen sexistische Übergriffe nicht weiter bagatellisiert werden. Ein erster Schritt dazu ist, Awareness-Arbeit in das Parteileben zu verankern und Betroffenenperspektiven zu stärken.

Awareness bei Parteiveranstaltungen

Die Awareness-Person ist achtsam dafür, ob auf Veranstaltungen und Zusammenkünften der Linkspartei in Würzburg Mainfranken Menschen z.B. Ausgrenzung oder Diskriminierung erfahren. Sie ist vor Ort jederzeit erkenn- und ansprechbar und kann auch selbst auf Beobachtetes reagieren.

Im Vorfeld größerer Veranstaltungen, arbeitet sie gegebenenfalls ein der Veranstaltung entsprechendes Konzept aus, das die allgemeinen Awareness-Konzepte der Linkspartei und des Kreisverbandes ergänzt. Sie sorgt dafür, dass Vorgefallenes reflektiert und bearbeitet wird sowie ein interner Diskurs entsteht und Veränderung angestoßen wird.

Jedoch: Gute Awareness-Arbeit und nachhaltige Transformation, kann nie nur durch die Awareness-Person geschehen, sondern muss immer als gemeinsame Aufgabe aller verstanden und gelebt werden!

Weiterbildung und Vernetzung

Die*der Awareness-Beauftragte hat die Aufgabe, bildend zu wirken, indem sie*er auf entsprechende Workshops aufmerksam macht oder ggf. selbst Angebote organisiert*abhält. Hilfreich ist hierbei eine Vernetzung mit Akteur*innen auf innerparteilicher als auch außerparteilicher Ebene insbesondere in der eigenen Region, die sich mit dem Aufgabenfeld Awareness beschäftigen.

Kontakt

Die*der Awareness-Beauftragte verpflichtet sich zur Vertraulichkeit. In Absprache mit den Anfragenden werden
die Fälle anonym und nach ihren Bedingungen behandelt.

E-Mail:
Betroffene Personen können sich an die*den Awareness-Beauftragte*n über folgende E-Mail-Adresse melden:
awareness-die-linke-mainfranken[at]systemli.org

Termin nach Vereinbarung:
Per E-Mail können außerdem Termine für ein persönliches Gespräch mit der*dem Awareness-Beauftragten
ausgemacht werden.

Weitere parteiabhängige und parteiunabhängige Ressourcen und Anlaufpunkte

Die Unabhängige Expertinnenkommission zur Aufklärung der Vorwürfe sexualisierter Übergriffe

„Wir, Christina Clemm und Dorothea Zimmermann, arbeiten seit vielen Jahren als Straf- und Familienanwältin und als Psychotherapeutin einer Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt. Als solche sind wir Berufsgeheimnisträgerinnen, unterliegen damit der Schweigepflicht und haben gegenüber Gerichten ein Zeugnisverweigerungsrecht.

Es bestehen […] von uns keinerlei Abhängigkeiten oder Verbindungen zu der LINKEN. Wir sehen es als absolute Notwendigkeit an, den Betroffenen die Möglichkeit zu geben, vollkommen selbstbestimmt und vertraulich von ihren Erfahrungen zu berichten. Dies kann uns gegenüber sowohl

(1) völlig anonymisiert in Bezug auf Betroffene und Täter*in sein, als auch 

(2) halb anonymisiert, sodass uns nur die Betroffene oder die beschuldigte Person bekannt ist, oder 

(3) mit Nennung aller Namen erfolgen. 

Gemeinsam überlegen wir, was mögliche nächste Schritte sein können. Wir werden Ihnen/Dir gegenüber dabei immer vollkommene Transparenz herstellen und natürlich nur solche Schritte unternehmen, die mit Ihnen/Dir abgestimmt sind. Wenn Sie/Du es nicht wünschen/wünscht, wird nichts an die Partei weitergeleitet. Wenn Sie/Du das möchten/möchtest, werden wir Handlungsempfehlungen an die Partei weitergeben.“

E-Mail-Kontakt: kommissionlinke[at]posteo.de

Website:https://www.die-linke.de/partei/expertinnen-kommission/


Kreisverbands-unabhängige Ressourcen der Partei Die Linke

Vertrauenspersonen der Partei im Bund: 

E-Mail-Kontakt: vertrauensgruppe[at]die-linke.de

Website:https://www.die-linke.de/partei/vertrauenspersonen/


Vertrauenspersonen im Landesverband Bayern:
E-Mail-Kontakt: vertrauensperson[at]die-linke-bayern.de

Wichtige Links

Den Grundkonsens erneuern. Für eine feministische Linke
Leitfaden zum Umgang mit Fällen von Sexismus, sexistischen und queerfeindlichen Grenzverletzungen und sexistischer Gewalt

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