OB Heilig und die Stadt Würzburg reagiert auf unsere Mietwucher-App

Die Stadt Würzburg sieht keinen Handlungsbedarf bei Verfolgung von Mietwucher +++ OB Heilig im Wahlkampfmodus

Oberbürgermeister Heilig und Kommunalreferent Kleiner informierten bei der Stadtratssitzung am 20. Januar 2026 über die Mietwucherproblematik in Würzburg. Kleiner referierte unter anderem über die Praxis in Frankfurt am Main und gab implizit den Stadträt*innen die Empfehlung mit auf den Weg, in Würzburg keine eigenen Stellen für die Verfolgung von Mietwucher zu schaffen, da der Aufwand den Nutzen übersteige. Auf kritische Nachfragen unserer Fraktionsvorsitzenden Barbara Meyer reagierte Oberbürgermeister Heilig sichtlich ungehalten und warf Barbara Meyer vor, sie und die Linke würden „falsche Erwartungen“ bei betroffenen Mieter*innen wecken. Wir weisen diese Vorwürfe entschieden zurück: Die seit Oktober aktive Mietwucher-App der Linken in Würzburg wurde bereits 399 mal genutzt. Bei den gemeldeten Fällen war die Miete im Schnitt 45% höher als die ortsübliche Vergleichsmiete. Es wurden sieben Fälle von Mietwucher an die Stadt Würzburg weitergeleitet. 

Würden alle Fälle erfolgreich geahndet errechnet unsere Mietwucherapp eine mögliche monatliche Ersparnis für die Mieter*innen von 37.000 Euro. Das mag für den Oberbürgermeister keine große Summe sein, für die Betroffenen sind das aber durchaus relevante Beträge. 

Heilig und der Kommunalreferent argumentieren mit dem hohen Personalaufwand bei der Verfolgung der Mietwucher und verweisen auf das Beispiel Frankfurt am Main. Allerdings ist gerade in Frankfurt am Main der Umgang mit Mietwucher von der Meldung über die Dokumentation und Verfolgung bis hin zur Ahndung der Vermieter*innen ein Erfolgsmodell, das bereits 419.000 Euro Mietrückzahlungen erstreiten konnte. Dessen ungeachtet stellen Heilig und Kleiner die Personalkosten einer zu schaffenden Stelle in den Mittelpunkt und spekulieren substanzlos über zu schaffende Stellen bei denen das Geld sinnvoller eingesetzt wäre. 

Es ist offensichtlich, dass dies lediglich dazu dienen soll, von unseren Forderungen abzulenken. Es werden bewusst falsche Gegensätze lanciert. Die Schaffung von Stellen zur Mietwucherbekämpfung bedeutet nicht, dass dann andere Mietproblematiken (Leerstand, Airbnb-Missbrauch, erhöhte Nebenkostenabrechnungen) aus dem Blick geraten. Wir sagen: Wohnen und Miete sind das soziale Problem unserer Zeit und die Stadt muss im Sinne der Bürger*innen alles unternehmen, um hier Abhilfe zu schaffen. 

Der Oberbürgermeister und seine Partei, die mitten im Kommunalwahlkampf offenbar erkannt haben, dass mit Miete und Wohnen Stimmen zu generieren sind, haben mit der Ablehnung einer Stelle zur Mietwucherbekämpfung ein massives Glaubwürdigkeitsproblem. Wir, als die Partei der Mieter*innen, sagen: Ganz unabhängig vom praktischen Erfolg der Verfolgung von Mietwucher, den wir für unbestreitbar halten, setzt die offensive Verfolgung von Mietwucher ein politisches Zeichen. Die Stärkung der Rechte der Mieter*innen ist ein politisches Signal auch gegenüber Vermieter*innen, bei denen der Profit aus den Mieten an erster Stelle steht. Diese Vermieter*innen müssen wissen: Mieter*innen können sich wehren und die Stadt muss sie dabei unterstützen.

Die Linke Würzburg Mainfranken